Was Stadt, Unternehmen und Forschung bereits heute auf den Weg bringen
Der Mobilitätssalon bei den Stadtbetrieben Steyr brachte Vertreter aus Stadt, Wirtschaft, Forschung und Mobilitätspraxis zusammen. Eingeladen hatten die Stadt Steyr, die Stadtbetriebe Steyr GmbH, das Mobilitätslabor 2.0 der FH OÖ Campus Steyr, der ÖAMTC Oberösterreich und das Netzwerk Zukunftsregion Steyr.
Wer über Mobilität spricht, denkt oft zuerst an Fahrzeuge. Dabei beginnt Mobilität lange bevor Menschen oder Güter unterwegs sind. Energieversorgung, Ladeinfrastruktur, Forschung, digitale Angebote und betriebliche Lösungen schaffen jene Voraussetzungen, auf denen Mobilität aufbaut.
Durch den Abend führten Daniela Zeiner, Geschäftsführerin des Netzwerks Zukunftsregion Steyr und der Stadt.Impuls Unternehmensgruppe, sowie Melanie Juppe vom Mobilitätslabor 2.0 der FH OÖ Campus Steyr. „Mobilität betrifft Unternehmen, Gemeinden, Bildungseinrichtungen und viele Menschen im Alltag. Umso wertvoller sind Formate, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und sichtbar machen, was in der Praxis bereits entsteht. Genau dieser Austausch schafft die Grundlage für neue Ideen und gemeinsame Projekte“, so Daniela Zeiner.
Mobilität als gemeinsame Aufgabe
Bürgermeister Markus Vogl verwies auf Entwicklungen, die in Steyr bereits sichtbar geworden sind. Mit 13 Elektro-Bussen im Linienbetrieb sei Elektromobilität längst Teil des Alltags geworden. Besonders im Innenstadtbereich werde der Unterschied durch die deutlich geringere Geräuschentwicklung unmittelbar wahrgenommen. „Wir wollen nicht nur für die Stadt denken, sondern Entwicklungen auch im regionalen Zusammenhang betrachten. Gerade bei der Mobilität zeigt sich, wie wichtig der Austausch über Gemeindegrenzen hinweg ist“, sagte Markus Vogl. Gleichzeitig würdigte er die Menschen hinter den Projekten. Viele Entwicklungen würden erst durch engagierte Mitarbeiter:innen, funktionierende Netzwerke und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen möglich. Gerade bei Zukunftsthemen zeige sich, was mit vergleichsweise kleinen Teams erreicht werden könne.
Markus Rechling-Greimel, Geschäftsführer der Stadtbetriebe Steyr GmbH, berichtete über die Elektrifizierung des Fuhrparks und die dazugehörige Infrastruktur. Die Stadtbetriebe betreiben heute 13 Elektrobusse, 37 Ladepunkte und eine Ladeinfrastruktur mit einer Leistung von 1,3 Megawatt. Die Elektrobusse haben bereits rund 210.000 Kilometer zurückgelegt. „Unsere Erfahrungen mit der Elektromobilität waren erstaunlich unaufgeregt. Die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur funktionieren zuverlässig im täglichen Betrieb“, so Rechling-Greimel.
Georg Kasper vom ÖAMTC Oberösterreich ordnete aktuelle Entwicklungen anhand von Zahlen und Praxiserfahrungen ein. Seit 2023 werden in Österreich mehr Elektroautos als Diesel-Pkw neu zugelassen. Gleichzeitig zeigen aktuelle Auswertungen, dass Elektrofahrzeuge seltener von Pannen betroffen sind als vergleichbare Verbrenner.
Wie weit die Elektrifizierung mittlerweile auch im Güterverkehr fortgeschritten ist, zeigte Lukas Adali von i-LOG Integrated Logistic GmbH, Schachinger Logistik. Das Unternehmen setzt derzeit 25 Elektro-Lkw ein und führt bereits Transporte über Strecken von mehr als 500 Kilometern elektrisch durch. Parallel dazu entstehen neue Lade- und Energiespeicherlösungen.
Neben Infrastruktur und Fahrzeugen standen auch neue Mobilitätsangebote im Fokus. Andrea Reindl und Melanie Juppe vom Mobilitätslabor 2.0 der FH OÖ Campus Steyr gaben Einblicke in Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die unterschiedliche Mobilitätsformen besser miteinander verbinden sollen. Vorgestellt wurde unter anderem das Projekt MaaS-Strategie des Landes OÖ – AP 2 Pilotstandorte in OÖ – Steyr , das die Orientierung an ausgewählten Mobilitätsknoten in Steyr verbessern soll, weiters werden die Mobilitätsknoten durch neue Mobilitätsangebote wie bikesharing ergänzt. Im Leitprojekt ROBERTA werden autonome Busse unter realen Bedingungen getestet. Ein weiteres Beispiel ist die Mitfahrplattform DOMINO. Sie zählt mittlerweile österreichweit rund 3.500 Nutzer:innen und unterstützt Fahrgemeinschaften für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen „Viele Lösungen für die Mobilität von morgen werden bereits heute entwickelt und erprobt. Entscheidend ist, dass Forschung, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen. So entstehen Angebote, die im Alltag tatsächlich funktionieren“, so Melanie Juppe.








